ACTIVATR will Dreamteams schmieden

ACTIVATR

Wie schmiedet man aus Leuten mit Startup-Hintergrund und Firmenmitarbeitern ein effektives Innovationsteam? ACTIVATR heißt ein neues Programm in Stuttgart, bei dem die Quadratur des Kreises und der Brückenschlag  gelingen soll.

Auf Facebook ist die Seite von ACTIVATR ganz frisch freigeschaltet und wirbt um Interessierte aus dem Startup-Bereich. Und damit steht ein Stuttgarter Projekt am Start, das auf eine neue Weise  versucht, aus Menschen mit Startup-Mentalität und Mitarbeitern etablierter Unternehmen  kreative Teams zu schmieden. Hinter der Idee stehen die Betreiber des Stuttgarter Startup Campus. Sie haben bei dem Konzept laut dem Mitinitiator Adrian Thoma das Feedback von Gründern und Etablierten aufgenommen und versucht, deren Interessen auszubalancieren. Das Projekt soll den Beteiligten Freiräume und Berechenbarkeit zugleich bieten.  Partner sollen Unternehmen werden, die eine Problemstellung einmal außerhalb  ihrer üblichen Abteilungen und Abläufe angehen wollen. Das Team von ACTIVATR agiert dabei als Moderator und Organisator eines sich über etwa ein Dreivierteljahr erstreckenden Innovationsprozesses, nachdem es als  Scout in der Startup-Szene nach den richtigen Partnern gesucht hat. Am Anfang steht eine einwöchige, Ideation genannte Phase,  bei der eine von dem  etablierten Unternehmen aufgeworfene, noch weit gefasste Problemstellung  im Stil des Design-Thinking  offen angegangen wird.  Der Clou: Das Team, das sich damit befasst, besteht aus einer Kombination aus Startup-Leuten und Mitarbeitern der Firma. Nach einer Woche gibt es eine Präsentation, nach der die Verantwortlichen des Unternehmens rasch entscheiden müssen, ob sie in die Phase Zwei einsteigen. Dieser zweimonatige als „Entdeckungs-Level“ bezeichnete  Zeitraum, bei dem sich die Teammitglieder einmal die Woche für einen Tag treffen, soll nach der Methodik eines so genannten Accelerators die Umsetzbarkeit der Idee validieren. Danach gibt es wieder einen Pitch. Und falls die Verantwortlichen des beteiligten Unternehmens den Daumen heben, folgt eine sechsmonatige Phase eines so genannten Corporate Campus, in der dann von den Beteiligten in Vollzeit ein Produkt  entwickelt werden soll. Danach kommt erneut ein Schnitt. Die Verantwortlichen des etablierten Unternehmens müssen entscheiden, ob sie ein junges, viel versprechendes  Startup von der Rampe lassen und an dessen Erfolg durch Unternehmensanteile beteiligt bleiben, ob sie die Idee  und/oder das Team in ihre Firma integrieren – oder ob das Ziel nicht erreicht wurde.

ACTIVATR zahlt Pizzageld – aber auch einen Ausgleich beim Ausstieg

„Uns ist wichtig, dass die Bedingungen für alle Beteiligten von Anfang an präzise definiert sind“, sagt Adrian Thoma. „Die Teilnehmer aus dem Startup-Bereich bekommen anfangs nur ein ,Pizzageld‘. Wenn aber an irgendeiner Etappe das Projekt nicht weitergeführt wird oder das Unternehmen die Idee bei sich selber andockt, bekommen sie einen finanziellen Ausgleich, der umso höher ist, je weiter der Prozess fortgeschritten ist.“  Die Mitarbeiter des Unternehmens bleiben in der  Entwicklungsphase Angestellte – und entscheiden am Ende, ob sie lieber bei einem eventuellen Startup mitmachen oder  zurück in ihre Firma gehen. „Für Leute aus der Startup-Kultur soll das mehrere Anforderungen miteinander kombinieren: Einerseits haben sie den Vorteil für die Entwicklung ihrer Idee auf die Ressourcen eines potenten Unternehmens zurückgreifen zu können, andererseits werden sie nicht in die Firmenstruktur eingebunden.“ Dass am Ende die zahlende Firma das  Sagen habe, sei für Startups nichts Ungewöhnliches, sagt Thoma: „Auch wenn sie sich einen Investor ins Boot holen, redet der doch ein gewichtiges Wort mit.“ Für die etablierten Firmen biete die Konstruktion einerseits die  Vorteile, die mit einem Corporate Startup einhergehen, etwa die intensive Begleitung und direkte Zugriffsmöglichkeit. Andererseits komme man  leichter an externe Talente heran. Wo genau das Ganze stattfinde, sei die freie Entscheidung der Kunden, sagt Thoma. Das könne der Unternehmensstandort sein – oder auch ganz woanders. „Viele Firmen haben aber heute schon Räume, wo so etwas in kreativer Atmosphäre stattfinden kann“, sagt Thoma.  Bisher habe man vier interessierte Firmen  gefunden, die aber noch nicht an die Öffentlichkeit gehen wollten. In einigen Wochen soll es mehr Informationen geben.

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