Apple kann sich verwandeln

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Für die Stuttgarter Zeitung habe ich die  Zahlen von Apple kommentiert – und mahne angesichts von  vielen grassierenden Absturzphantasien zum Realismus. Der Zauber ist vorbei, aber die Firma ist grundsolide. 

„Sinnkrise beim Weltkonzern“ – so titelte schon vor der Veröffentlichung der jüngsten Zahlen von Apple ein großes deutsches Onlineportal. Der US-Technologiekonzern hat –  ganz nebenbei –  mal wieder  Rekordzahlen veröffentlicht. Aber es ist absehbar, dass es nicht  so schwungvoll weitergehen wird, wie es die vergangenen Quartale insbesondere auf dem chinesischen Markt gewesen sind. Die Story vom  Absturz des wertvollsten Unternehmens der Welt wird dennoch schon länger geschrieben. Motto: Wenn man eine Vorhersage lange genug wiederholt, dann trifft sie irgendwann ein.
Der US-Konzern ist in der Tat an einem Wendepunkt. Aber die meisten anderen Firmen würden jederzeit mit dem Konzern aus Cupertino tauschen. Es fehlen tatsächlich schon eine ganze Weile die technologischen Renner, die das Unternehmen bisher vorweisen konnte. Die Smartwatch sucht  nach ihrem Markt, das Apple-TV muss noch Boden gewinnen.

Apple bleibt wertvoll – aber auf andere Weise

Doch das Unternehmen verändert sich schlicht vom Wachstumskonzern zum  Markenanbieter. In China etwa,  wo man gerade schwächelt, hat sich die US-Firma  vom Technologietreiber  zur Luxusmarke gewandelt.  Das bürgt kurzfristig nicht mehr für Rekorde, spricht  aber langfristig für eine solide Marktposition.   Um es in der Sprache der Wall Street zu formulieren, welche nach kräftigen Kursverlusten in den vergangenen Monaten die jüngsten,  pessimistischen Prognosen eher  gelassen goutierte: Apple wird vom „growth stock“,  einer Aktie mit einer Wachstumsstory, zum „value stock“, also zum Papier mit langfristiger Substanz.
Es ist eine unterhaltsame  Spekulation,  ob der  ebenfalls immer wieder einmal perspektivisch in der Krise gesehene Suchmaschinengigant Google nun Apple bald als wertvollstes Unternehmen ablösen wird.  Doch die New York Times sprach vor kurzem in einer Analyse von den „furchterregenden Fünf“, also Amazon, Apple, Facebook, Google und Microsoft. Dies seien die  fünf  Unternehmen, deren dominante Position in unserem digitalen Leben auf absehbare Zeit von keinem  Konkurrenten in Frage gestellt werden könne.   Es mag dabei ein Auf und Ab geben und einen Wechsel in der Rangfolge. Aber jedes  Geraune von einer fundamentalen Krise ist fehl am Platz.

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Bildquelle: Apple

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