Code_n Spaces im ersten Partytest

Code_n Spaces

Die Stuttgarter Startup-Community durfte bei GFT Technologies erstmals die partytauglichkeit der Code_n Spaces testen. Die füllen sich wegen der strengen Qualitätskriterien an die Bewerber langsamer als ursprünglich gedacht, aber  bei den Auswahlkriterien soll es keine Kompromisse geben.

Mit der etappenweise vollzogenen Eröffnung der Code_n Spaces ist es ein wenig, wie bei einem Startup: Es ist ein „work in progress“, wie die Amerikaner sagen würden. Am Donnerstag war es für die 122 Gäste, die Tickets bekamen, erst einmal Zeit für eine Eröffnungsparty.  Es passt zum flexiblen Stil des Initiators und Betreibers GFT Technologies, dass das erste gesellschaftliche Event in den Räumlichkeiten, eine lockere Zusammenkunft, (fast ganz) ohne die bei solchen Eröffnungsanlässen üblichen, feierlichen Reden war. Ein paar kurze Takte des Code_n Geschäftsführers Moritz Gräter und ein paar, längere und fetzigere Takte der auch als Stuttgarter Straßenmusiker bekannten und passenderweise auf Plieningen stammenden „Kids of Adelaide“ – und dann ging man zum wesentlichen Teil des Abends, nämlich dem Netzwerken und dem persönlichen Austautsch über. Eine Eröffnungsfeier mit Prominenz und im formalen Rahmen wird es erst noch geben.
Mittendrin  am Donnerstag war GFT-Chef Ulrich Dietz, der beim Aufbau seines firmeneigenen Startup-Campus nach seinen Angaben mehr auf Qualität setzen will denn auf Tempo und einen festen Zeitrahmen. GFT fährt die Besetzung der elf kreativ designten,  für Startups und firmeneigene Innovationsteams reservierten, und der elf weiteren, in einer anderen Etage liegenden, repräsentativeren Büros Schritt um Schritt hoch. Bisher sind drei Startups und zwei etabliertere Firmen bereits in den Räumlichkeiten angesiedelt.

Auch die Startups in den Code_n Spaces lieben „Code“ im Namen

Und wie der Zufall es will haben allein zwei davon, einer der ersten und der jüngste Mieter, ebenfalls das „Code“ im Namen. „Ich glaube bei künftigen Bewerbungen ist das ein Ausschlusskriterium“, sagte der Code_n-Verantwortliche Moritz Gräter scherzhaft. Schon länger präsent – und auf diesem Blog bereits vorgestellt – ist in der so genannten „Executive“-Etage das Ulmer Sicherheitsunternehmen Code White.  Der  erst vor wenigen Tagen hinzugestoßene, jüngste Mieter ist  das ursprünglich im Keller einer der Gründer-Großmütter gestartete Esslinger Unternehmen Code2Order . „Wir haben es geschafft weil wir ein bisschen verrückt, aber sehr zielstrebig gewesen sind“, so beschreibt Alexander Haußmann,  einer der drei allesamt 25-Jährigen Teammitglieder, den entscheidenden Faktor im Auswahlprozess. Dort soll bei der Vergabe der Plätze in den Code_n Spaces mindestens so sehr die Persönlichkeit wie das Geschäftsmodell eine Rolle spielen. Die Idee, die Code2Order verfolgt, ist so simpel wie verbraucherfreundlich: Man entwickelt ein System fürs Smartphone, das alle Bestellungen in einer Einrichtung, sei es ein Hotel oder ein Krankenhaus, direkt vom Gerät aus abwickeln und bezahlen lässt. In einem Esslinger Hotel läuft bereits ein Test. Doch Mitgründer Patrick Luik, der  als ausgebildeter Fachinformatiker berufliche Erfahrungen im Kreisklinikum Esslingen gesammelt hat, sieht unter anderem im Krankenhausbereich großes Potenzial: „Heute drücken sie in der Klinik einen roten Knopf. Aber dann weiß die Krankenschwester nicht konkret, was sie brauchen. Mit unserem System könnten sie etwa eine Wasserflasche, wenn sie diese brauchen, direkt bestellen.“ Ein weiterer Startup-Mieter am Schelmenwasen im Stuttgarter Stadtteil Fasanenhof ist die Firma Refine, die Beratung für schlankes Management sowie Projektmanagement anbietet.

Bei der Parkplatz-App ist GFT selber dabei

Schon jenseits der Betaversion ist das inzwischen auf zehn Mitarbeiter und weitere sieben studentische Helfer angewachsene Team von Parkpocket angelangt. Man hat eine App entwickelt, welche die Parkplatzsuche in Städten erleichtern soll, indem sie Daten aus Parkleitsystemen und von den Parkhausbetreibern selbst einsammelt – und dann eine bis hin zu den Parkkosten präzise und aktuelle Wegweisung geben kann. Das ist vom Abgreifen bis hin zur Integration der Daten deutlich komplexer als es sich auf den ersten Blick anhört. Die Regularien beispielsweise, mit der Städte ihre Informationen aus den Parkleitsystemen weitergeben, sind von Ort zu Ort äußerst unterschiedlich. Köln hat ein offenes Datenportal, Stuttgart gibt die Informationen  gemäß einer eigenen Vereinbarung weiter und München ist bisher noch kompliziert. Idealerweise kämen natürlich die Informationen von den Parkplatzbetreibern selber.  „Unser Ziel ist es natürlich, die Daten direkt auf das Navigationssystem aufzuspielen“, sagt Dennis Pfeiffer von Parkpocket. Erste Kooperationen mit Autoherstellern gibt es bereits. Die Regularien, wie Städte die Daten aus ihren Parkleitsystemen kommunizieren, sind allerdingsämlich von Stadt zu Stadt äußerst unterschiedlich. Nach einer erst vor wenigen Tagen verkündeten, direkten Beteiligung von GFT an Parkpocket kann das Team nun beschleunigt loslegen. Auch erste Innovationsevents im Auftrag von Firmen haben inzwischen stattgefungen. Der Telekom-Betreiber Vodafone ließ beispielsweise vor kurzem vor Firmenvertretern und Kunden vier von GFT aus dem Reservoir des Code_n Wettbewerbs ausgewählte Startups in den Veranstaltungsräumen ihre Ideen präsentieren. Und am liebsten hätte GFT-Chef Ulrich Dietz in den kreativ gestalteten Arbeitsräumen permanenten Nachschub an guten Ideen: „Mieten Sie sich doch einfach einmal vier Wochen ein, dann kommen sie auf völlig neue Gedanken.“

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Bildquelle: Code_n

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