„Code_n war reif für etwas Neues“

GFT; Code_n; Ulrich Dietz

Code_n, das vom  Stuttgarter IT-Dienstleiter GFT initiierte Technologie- und Startup-Ökosystem war bisher sehr erfolgreich. Ich habe Firmenchef Ulrich Dietz gefragt, warum er nun mit einem Karlsruher Festival  neu durchstarten will. 

Herr Dietz, Sie waren auf der internationalen IT-Messe Cebit in Hannover  mit ihrem Code_n Event sehr erfolgreich. Warum habe sie da nicht weitergemacht?

Wir haben in vier Jahren auf der Cebit gezeigt, dass es im Rahmen der Messe möglich war, ein innovatives neues Format erfolgreich zu entwickeln. Code_n steht immer auch für etwas Neues – und dafür war jetzt die Zeit reif.  Natürlich hat bei der Entscheidung für Karlsruhe die  Verbundenheit mit der Heimat  mitgespielt. Und wenn Sie nicht so weit fahren müssen, sparen die Besucher und auch wir doch auch ganz Schwäbisch ein paar Spesen. (lacht)

Gab es Konkurrenz? 

Wir hatten verschiedene Angebote aus anderen Bundesländern und auch innerhalb Baden-Württembergs. Wir haben uns schnell auf das Land festgelegt, weil Code_n noch stärker als in der Vergangenheit die Industrie mit einbeziehen und für sie ein Innovationsfestival werden soll. Dafür gibt es kein besseres Bundesland als Baden-Württemberg. Wir wollen der Öffentlichkeit zeigen,  was in unserem Land passiert. Ich will in die Zukunft blicken und Technikbegeisterung wecken.

Als Stuttgarter kann ich Ihnen die Frage nicht ersparen: Warum Karlsruhe? 

Stuttgart wäre auch in Frage gekommen – aber Karlsruhe hatte für uns die besseren Gegebenheiten. Wir wollten auf kein Messegelände. Wir adressieren mit Code_n Avantgarde-Themen und dazu muss der Ort passen. In Stuttgart gibt es auch interessante Örtlichkeiten, aber kein Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM) – sprich ein digitales Kunstmuseum.  Ich persönlich finde es ehrlich gesagt nicht so wichtig, ob das nun in Karlsruhe oder Stuttgart ist – beide Städte haben ihren Charme. Wir müssen an Baden-Württemberg denken.

Was wird die Attraktion des neuen Innovationsfestivals sein? 

Es gibt noch ein paar Geheimnisse zum Programm. Das Thema Licht wird auf jeden Fall eine Rolle spielen. Die ganze Photonik, also die Steuerung von Lichtpartikeln, ist gerade ein heißes technologisches Thema, das in Deutschland noch nicht in diesem Spektrum präsentiert wurde. Beim Code_n new.New Festival geht es zudem um die Umsetzung von technologischen Geschäftsmodellen – so wie man sie bisher noch nicht gesehen hat. Ich will, dass es spektakulär wird. Es ist nicht nur ein künstlerisches Ereignis, sondern auch eine High-Tech-Fachveranstaltung.

Und welche Rolle spielt die Kunst im Rahmen des Events?

Wir wollen Neues ausprobieren. Beim ZKM  haben sie mit Künstlern zu tun, da können Sie viele Themen nicht direkt nach einem vorgefertigten Geschäftsplan abarbeiten. Mich haben viele Arbeiten, die ich im ZKM gesehen habe, zu neuen Geschäftsideen inspiriert. Kunst heißt ja letztlich nichts anderes, als dass man Gedanken in gestalterische Ideen umsetzt , die es so vorher noch nicht gegeben hat.

Woran messen Sie, dass das neue Format erfolgreich ist?

Die bisherigen Messekonzepte erreichen nicht, dass man über ganz neue, unerwartete Geschäftsmodelle nachdenkt. Man muss wirklich etwas Neues erleben, sonst empfiehlt es sich im Internet zu schauen. Es geht darum, interessante Menschen zu treffen – die Geschäfte macht man später. Wenn 10.000 Menschen kommen, wäre ich zufrieden. Bei der CeBIT in Hannover hatten wir im vergangenen Jahr mehr als  75.000.  Nach Karlsruhe müssen die Leute aber nun bewusst wegen der Code_n Veranstaltung anreisen –  das ist eine größere Herausforderung und zugleich ein riesen Chance. Meine Vision ist es, dass wir in Baden-Württemberg ein Event etablieren, das weltweite Resonanz erzielt.

Ist die Freude im Land über das spektakuläre Projekt ungeteilt? 

Wenn Sie etwas Neues machen, treffen Sie immer auf Skeptiker. Es gibt viele, die sich nicht trauen und Angst haben, Fehler zu machen. Da merken Sie  schnell, welche Firmen wirklich innovativ sind.

 

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