DIZ: Technologietest und Businesstipps aus einer Hand

DIZ

Ein neues Digitales Innovationszentrum (DIZ) in Karlsruhe soll auch kleinen und mittleren  Firmen oder Startups die Möglichkeit geben, nicht nur Technologie zu testen, sondern gleichzeitig auch deren Marktfähigkeit zu eruieren.

Der Schritt in die Digitalwelt bedeutet mehr als nur die Entwicklung neuer Technologie.  Technische Entwicklungen  und neue Geschäftsmodelle müssen  Hand in Hand gehen. Am Karlsruher Forschungszentrum Informatik , das an das Karlsruher Institut für Technologe (KIT) angedockt ist,  zieht man daraus in einem bundesweit einmaligen Projekt die Konsequenzen.
An einem neuen Digitalen Innovationszentrum (DIZ)  sollen kleine und mittlere Unternehmen, aber auch Startups  nicht nur ihre Technologie nach wissenschaftlichen Standards auf Praxistauglichkeit testen lassen. Dieses Angebot gibt es im Rahmen so genannter „lebender Labore“ schon seit 2012.  Künftig sollen sie sich zusätzlich aus einer Hand    auch bei der Frage beraten lassen, wie sie ihre  technischen Ideen marktfähig machen können. Dabei ist als Partner die  mehr als 1000 Mitglieder umfassende, regionale High-Tech-Unternehmerinitiative Cyberforum mit im Boot.
„Wir wollen digitale Vorbilder sichtbar machen und die Dinge dort, wo etwas gut funktioniert, schnell umsetzen“, sagt Martin Hubschneider, Vorstandsmitglied des Cyberforums. Technologische Entwicklungen sind eine traditionelle Stärke von Baden-Württemberg, wo das produzierende Gewerbe immer noch für ein knappes Drittel der Wirtschaftskraft stellt. Das neue Konzept richtet den Blick jedoch unmittelbar auf rasch zu erschließende, neue Geschäftsmodelle.
Man wolle damit frühzeitig Trends erfassen und auch Handlungsempfehlungen an die Politik geben, sagt Hubschneider. Ziel sei es Fragen zu stellen, die vielleicht noch gar nicht gestellt worden seien. Die Einrichtung sieht sich auch als Makler, die innerhalb des Unternehmensnetzwerks Firmen mit komplementären Fragestellungen zusammenbringt oder gegebenenfalls an kommerzielle Anbieter vermittelt.

Förderbescheid des Landes als Startschuss fürs DIZ

Mit der Übergabe eines Förderbescheids des Landes über 3,8 Millionen Euro, der die Hälfte der bisher budgetierten Kosten abdeckt, ist in dieser Woche offiziell der Startschuss für das Projekt gefallen. Karlsruhe soll damit in Baden-Württemberg beim Thema IT-Entwicklung weiterhin die Nase vorn haben.
Hubschneider machte aus diesem Anspruch keinen Hehl: „Karlsruhe ist eine digitale Vorzeigestadt. Hier brennen nicht nur Strohfeuer wie in anderen deutschen Hauptstädten.“ Man wolle auch innerhalb Deutschlands Vorreiter sein. Eine Forschungsreinrichtung, die Technologietransfer in Richtung Mittelstand mache, sei  in Europa sehr ungewöhnlich. Peter Hofelich, Staatssekretär im Wirtschaftsministerium des Landes, sprach von einer „in dieser Form bisher einzigartigen Kooperation einer der führenden Forschungseinrichtungen für Informationstechnologie mit dem größten High-Tech-Unternehmernetzwerk Europas.“
Das Zentrum ist auf dem Gelände einer früheren Nähmaschinenfabrik an der Haid-und-Neu-Straße untergebracht, auf dem sich auch das Karlsruher Gründerzentrum „Technologiefabrik“ befindet. Es profitiert von der in der Region traditionell sehr engen Vernetzung zwischen anwendungsorientierter Wissenschaft und Wirtschaft. In den bereits bestehenden Laboren des Forschungszentrums Informatik ist beispielsweise eine voll ausgestattete Wohnung mit Wohnzimmer und Küche zu besichtigen, in der das Zusammenspiel verschiedenster vernetzter Geräte im so genannten „Smart Home“ alltagsnah getestet werden kann. Auch moderne Technologie zum Energiesparen im Haus sind ein Forschungsobjekt. Die Labore helfen Firmen, die selbst keine solche Forschungsumgebung aufbauen können.
Schwerpunkte des Digitalen Innovationszentrums sollen allerdings zunächst Unternehmenssoftware und IT-Sicherheit sein. Sukzessive sollen  dann weitere Themen hinzukommen. Die Bewerbung für das Anfang des kommenden Jahres anlaufende Programm ist einfach: Eine formlose Kontaktaufnahme über das Online-Portal genügt. Die Unternehmen müssen allerdings ihren Sitz in Baden-Württemberg haben. Dann wird in einem individuellen Beratungsgespräch eruiert, wie die Firmen bei konkreten Projekten unterstützt werden können.

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Bildquelle: DIZ

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