GIIF – Geld für grüne Weltverbesserer

Visioverdis; GIIFDas Stuttgarter Startup Visioverdis bietet eine innovative Form der Fassadenbegrünung; Foto: Visioverdis

Auf dem Green Innovation and Investment Forum (GIIF) haben in Stuttgart Startups aus der Ökobranche um Investoren geworben. Im Vergleich zu den  deutlich weniger kapitalintensiven  IT-Innovationen ist das nicht einfach.

Solarbetriebene Wasserbelüftungs-Propeller, intelligente Fenster, oder ein eigenes kleines Solar- und Windkraftwerk in Pyramidenform – innovative Ideen für umweltfreundliche Produkte gibt es genug. Einige davon wurden in dieser Woche in    Stuttgart-Plieningen beim Green Innovation and Investment Forum (GIIF), einer Veranstaltung der Landesagentur Umwelttechnik BW und dem Innovationsdienstleister bwcon, vorgestellt. Die grünen Gründer trafen dort auf Investoren. Denn ohne Geld schaffen es die technologiegetriebenen Öko-Innovationen nicht auf den Markt. Die Suche danach gestaltet sich oft schwierig. Zum einen muss im Vergleich zu IT-Innovationen oft mehr Zeit und Geld investiert werden, zum anderen ist das Ergebnis dann häufig weniger eingängig als das neueste digitale Gadget.
Alina Schick von Visioverdis bestätigt das: „Wenn wir unser Projekt vorstellen, stutzen die meisten erstmal“, sagte die Biologin. Das Hohenheimer Start-up hat eine Methode entwickelt, wie Bäume zur Fassadenbegrünung verwendet werden können – horizontal wachsend. „Es gibt sicherlich Branchen, in denen die Investorensuche einfacher ist.“, sagt Schick.
Auch Lars Bähr und Vincent Rüsike suchen einen Investor für ihr Start-up Celldeg. Die Wissenschaftler vom Institut für Theoretische Biologie der Humboldt-Universität Berlin haben ein Verfahren entwickelt, wie Algen schneller Photosynthese betreiben und so zehnmal schneller Biomasse gewonnen werden kann. Sie haben „noch wenig Marketingerfahrung“, wie sie zugeben. Aber auch sie sind überzeugt, dass ihre Idee weltweit Anklang finden könnte.  „In Amerika ist es einfacher, Risikokapital zu bekommen“, findet Bähr.

Der Anspruch bei GIIF ist international – die Teilnehmerschaft regional

Beide, Celldeg und Visioverdis waren Teilnehmer des GIIF: 70 Startups aus 13 Ländern hätten sich für das nunmehr schon zweite Treffen von Gründern und Investoren beworben, sagte Hannes Spieth, Geschäftsführer der Umwelttechnik BW. Der Anspruch war international, alle Vorträge fanden auf englisch statt. Ein Blick auf die Liste der 20 geladenen Start-ups zeigte jedoch, dass  viele aus der Region und fast alle aus Deutschland kamen. Das liegt laut Spieth auch daran, dass Baden-Württemberg ein „technischer Innovationsstandort“ ist.
Den gleichen Ton schlug Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) in seiner Eröffnungsrede an: Baden-Württemberg sei als rohstoffarmes Land „zur Innovation verdammt“.  Wenn die Energiewende im globalen Maßstab gelingen solle, brauche es „große Sprünge“ und die Bereitschaft zur kühnen Innovation.
Danach suchte auf dem GIIF beispielsweise auch Christine Wienhold. Sie arbeitet bei der EnBW im Innovationsmanagement und hielt Ausschau nach Start-ups, mit denen sich inhaltlich kooperieren lässt. Darüber hinaus verfügt EnBW seit Juni 2015 über eine eigene Venture Capital Gesellschaft, die sich über Minderheitsbeteiligungen in grüne Startups einkauft. Dazu wurde ein Fonds in Höhe von 100 Millionen Euro eingerichtet. Wienhold ist überzeugt davon, dass es für grüne Start-ups mit der Zeit einfacher werden wird, Investoren zu finden, weil die Energiewende zunehmend wichtiger werde.  „Bisher haben sich viele Investoren auf IT-Produkte konzentriert.“

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