Kein neues Buzzword von SAP

SAP

Einige Takte zu einem Journalistengespräch in Frankfurt mit Harmut Thomsen, dem Deutschlandchef des Walldorfer Digitalkonzerns SAP. Auch dem SAP-Geschäftsführer fallen keine neuen Buzzwords ein, die über das  Stichwort Digitalisierung hinausreichen.

„Wir werden damit noch sehr lange beschäftigt sein“, sagte Thomsen. Wer also des Stichworts „Industrie 4.0“ schon etwas überdrüssig geworden ist, der muss die Ohren anlegen: Wir stehen hier nach Thomsens Meinung erst am Anfang. Aufschlussreich auch die Sorge davor, dass sich die Politik eigentlich schon zu sehr für die zurzeit modischen  IT-Schlagworte interessiert. Es gebe einen Trend, hier Regulierung und Normierung sofort für die wichtigsten Aufgaben zu halten: „Dabei ist Schnelligkeit viel wichtiger.“ Und noch ein eher verblüffendes Statements: Die Politik rede zu viel über den Breitbandausbau und zu wenig darüber, wie eigentlich die sich häufig noch in der IT-Steinzeit  befindlichen Behörden zukunftsfähig machen können. Hier hinke Deutschland im europäischen Vergleich noch stärker hinterher als bei der  Infrastruktur. Im Korsett der Haushaltsgesetzgebung reagiere man hier nur sehr langsam auf neue Trends. „In Großbritannien hat man hier viel Geld in die Hand genommen, um die staatliche Infrastruktur zu modernisieren.“ Doch Geld für bessere Behörden? In Deutschland ist das wohl eher unpopulär.

SAP hat immer noch Kunden mit ganz alten Lizenzprogrammen

Dafür gibt es Neues aus dem IT-Buchstabensalat: Neben dem CIO, dem Chief Information Officer, taucht nun der CDO, der Chief Digital Officer in immer mehr Unternehmen als neue Funktion auf. Eindeutig definiert ist diese Rolle noch nicht. Zugespitzt formuliert kann man sagen, dass diese neuen Beauftragten stärker die Verknüpfung von IT-Innovationen mit neuen Geschäftsmodellen vorantreiben – und dabei den traditionellen IT-lern, die an den alten Softwarestrukturen festhalten wollen, Beine machen sollen. Tröstlich ist es aber zu wissen, dass auch SAP immer noch Kunden hat, die an den alten Lizenzprogrammen R3 oder gar R2 aus den achtziger Jahren festhalten. „Wenn die Sache läuft, warum etwas ändern?“, das sei die Devise. Für diese Programme gibt es keinen Support mehr. Aber wenn sie trotzdem funktionieren…

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