Mittelstand hinkt bei Innovation hinterher

Mittelstand; Gutachten

Die Bundesregierung hat in Berlin von der Expertenkommision Forschung und Innovation (EFI) ein Gutachten erhalten, das die Innovationkraft der kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland beleuchtet. Die Bilanz ist allerdings recht ernüchternd.

Viele   Firmen im Mittelstand sind demnach wenig innovativ. Vor allem der Fachkräftemangel und Finanzierungsprobleme wirken hemmend. Die Experten plädieren deshalb für eine bessere steuerliche Förderung und fordern nachdrücklich, die Bedingungen für die Startup-Finanzierung zu verbessern. Die steht im neuen EFI-Jahresgutachten, das  der Bundeskanzlerin in Berlin übergeben wurde. Die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU)  würden zwar als eine der Säulen der deutschen Wirtschaft bezeichnet – gerade bei den Innovationen. Aber, so sagte Monika Schnitzer von der Ludwig-Maximilians-Universität München und Mitglied der Expertenkommission, „dies gilt insbesondere für die Teilgruppe der sogenannten ‚Hidden Champions’, also der eher unbekannten, aber innovativen und besonders erfolgreichen Unternehmen, die zumeist zu den größeren KMU zu rechnen sind. Die Gesamtgruppe der KMU jedoch ist in ihrer Innovationsleistung deutlich schwächer.“

Der Trend im Mittelstand ist seit Jahren negativ

Uwe Cantner von der Friedrich-Schiller-Universität Jena und ebenfalls Mitglied der Expertenkommission sprach von einem seit Jahren negativen Trend: „Die Bereitschaft der KMU, in Innovationsaktivitäten wie auch in Forschungsprojekte zu investieren, hat seit Jahren abgenommen.“ Auch der Vergleich mit dem Ausland gebe Anlass zur Sorge. „Die Innovationsausgaben der KMU in Deutschland sind geringer als in den Vergleichsländern“, sagte Cantner. Wenn es etwa um die Zahl der Patente gebe sei das Bild gemischt. Deutsche Firmen hätten zwar interessante technologische Entwicklungen,  es gelinge ihnen aber nicht immer, daraus Geschäftserfolge zu machen. Hier liegen die deutschen Firmen nur im Mittelfeld.  Die Bundesrepublik hinke insbesondere bei der staatlichen Förderung zurück, sagte Monika Schnitzer: „In Deutschland werden nur 14 Prozent der Ausgaben für Forschung und Entwicklung von KMU aus staatlichen Quellen finanziert.“  In den meisten Vergleichsländern sei auch wegen besonderer Steuervorteile dieser Anteil mehr als doppelt so hoch.
Die Expertenkommission setzt sich bereits seit einiger Zeit nachdrücklich für eine bessere steuerliche Förderung von Forschung und Entwicklung in Deutschland ein. Wenn das Budget es nicht hergebe, könne man diese auch deckeln. Die Kommision fordert auch bessere Konditionen für  Wagniskapital, das Existenzgründern und Startups zu Gute kommen. Das sei im Koalitionsvertrag 2013 angekündigt, aber bisher noch nicht gesetzlich umgesetzt worden. Die private Finanzierung von Unternehmensgründungen sei nämlich enorm wichtig. Als weiteres künftiges Hemmnis benannte die Kommission abschließend den sich inbesondere für den Mittelstand abzeichnenden Fachkräftemangel. Deutschland müsse im Ausland intensiver um entsprechende Zuwanderer werben.

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