Saubermann aus Notwendigkeit

Transparency International

Hier exklusiv im Web  meine Analyse aus der Stuttgarter Zeitung zum Bericht von Transparency International über die  Tatsache, dass die meisten Länder ihre Verpflichtungen im Kampf gegen die Korruption in der Exportwirtschaft massiv vernachlässigen. Auch das kann Innovation und fairen wirtschaftlichen Erfolg ausbremsen:

Die gute Nachricht zuerst: Deutschland liegt beim Kampf gegen Korruption im Rahmen von Exportgeschäften  in der Spitzengruppe. Wir als  Exportchampion haben dazu  keine Alternative. Unter den vier Musterknaben, die es  laut der Antikorruptionsinitiative Transparency International gibt, dürfte  nur noch die Schweiz  ähnlich von einem fairen, globalen Markt abhängen. So viel Bestechungsgeld könnten deutsche Firmen gar nicht aufbringen, wie sie benötigen würden, wenn sie  ihre globale Position auf schmuddeligen Wegen erkaufen wollten. Deutschland war hier übrigens lange nicht in der Spitzengruppe. Erst massiver Druck und peinliche Enthüllungen amerikanischer Behörden haben bei uns vor der Jahrtausendwende ein Umdenken erzwungen. Vorher waren auch große Namen aus der deutschen Wirtschaft global unter den Schmuddelkindern zu finden.  Die angelsächsischen Länder, allen voran die USA, waren beim Vorgehen damals nicht zimperlich und griffen auch, wie wir heute wissen,  auf nachrichtendienstliche Mittel zurück. Aber wer sich hier moralisch empören will, der muss wissen, dass  die Maßstäbe, welche die Amerikaner an ihre eigenen Unternehmen anlegen, ebenfalls rigoros sind – wie nun  der neutrale Bericht von Transparency International belegt. Wer also glaubt, der US-Geheimdienst NSA könne  locker und in einer rechtlichen Grauzone  eine einzelne heimische Firmen begünstigende Wirtschaftsspionage betreiben, der hat die US-Justiz und die strategischen Interessen der Vereinigten Staaten nicht begriffen. Beim Kampf um ein faires Spielfeld für die Privatwirtschaft, zu dem auch der Kampf gegen Korruption gehört, sind die USA sehr  pingelig.Auch Deutschland hat noch ein paar Hausaufgaben zu erledigen. Bis jetzt ist es beispielsweise hierzulande relativ schwierig, ganze Firmen und nicht nur einzelne Manager zur Rechenschaft zu ziehen. Am  Beispiel zahlloser Bankenprozesse im Gefolge der Finanzkrise, die unsere Gerichte immer noch reihenweise beschäftigen, ist gerade zu erleben, wie problematisch eine solche Fixierung auf Einzelpersonen sein kann. Beim Kampf gegen Korruption sollte diese Einschränkung  eigentlich vom Gesetzgeber leicht zu  korrigieren  sein.

Die Pressemitteilung von Transparency International

Kommentar hinterlassen zu "Saubermann aus Notwendigkeit"

Hinterlasse einen Kommentar

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*