Stuttgarter Gründergrillen Nummer 33

Gründergrillen

Was passiert,  wenn man 100 Leute mit Ideen bei Bratwurst, Burger und Falafel in einer Stuttgarter Kneipe/Restaurant zusammenwürfelt? Gründergrillen heißt diese inzwischen auch in Stuttgart zur Tradition gewordene, lockere Veranstaltung, die gestern Abend laut der Nummerierung nun schon die 33. gewesen ist. Für mich war das Event in der Schankstelle eine Premiere, weil so locker-niederschwellige Veranstaltungen gegen seriöse Tagungen und Pressekonferenzen bisher auf meinem journalistischen Terminkalender keine Chance hatten. Aber als Neuling hat man das Privileg,  alles ganz neu und unbefangen zu erleben.  Respektabel ist es jedenfalls, wie bei dem vollkommen informellen und für den einen oder anderen sogar vollkommen spontanen Pitchen –  übersetzt:  der Präsentation der eigenen Geschäftsidee –  jeder toleriert wurde: Der Gründer mit den in China bereits produzierten Segway-artigen, aber  preisgünstigen Elektrorollern genauso wie die Selbstständige, die für die heilende Kraft ihrer Hände warb. Ein aus Berlin stammendes Startup für einen  Lieferdienst für Upscale-Restaurants durfte ebenso um Mitarbeiter werben wie  ein Stuttgarter  IT-Unternehmen um Vertriebler für die Optimierung seines Konzepts für die Lieferung von endlich einmal warm gebliebener Pizza. Und wenn es um Internationalität ging,  war die sich ebenfalls präsentierende Buchungsplattform aus Israel, mit den Programmierern in der Ukraine und dem Geschäftssitz in Moskau, bei dem ein französischstämmiger, in Russland lebender Verkaufsexperte unter anderem auch vom arabischen Geschäftsführer erzählte,  nicht zu toppen – sofern ich so viel Multikulti auf die Schnelle richtig notiert habe. Denn schnell muss es gehen. Mehr als zwei Minuten Aufmerksamkeitsspanne, welche die  moderierende Kathleen Fritzsche vom veranstaltenden Verein Startup Stuttgart zum Maßstab machte, sind nicht drin. Aber das ist immerhin mehr Zeit als die 20 Sekunden, in denen sich das Publikum auf Aufforderung eines Teilnehmers untereinander schnell einmal die wichtigsten Probleme des jeweiligen Startups erzählen sollte… Mit manchen Ritualen belegt man halt, dass man ein Mitglied des „Stammes“ ist.

Ein Planungskomitee bekäme beim Gründergrillen den Herzinfarkt

Da bekäme jedes Unternehmens-Planungskomitee einen Herzinfarkt. Aber schließlich soll ja auch noch genügend Zeit sein, um mit drei vollkommen unbekannten Menschen ins Gespräch zu kommen. Und da kann ein Gründer binnen weniger Minuten gleich hintereinander mit einem Programmierer, dann einem Gründer-Unternehmensberater und auch noch einem Versicherungsvertreter diskutieren, der ihm gleich einmal supergünstige Policen für seine Situation anbietet. Das ersetzt natürlich keine detaillierten Fachgespräche über den Businessplan. Es ist halt eine  Party. Und genau das ist, was zu jener neumodischen Startup-Kultur gehört, mit der mancher seriöse schwäbische Mittelständler noch etwas fremdelt. Es geht aber nicht gleich um Geschäftskontakte, sondern erst einmal ums Beschnuppern – und ob die massenhaft abgeworfenen Visitenkarten dann auch genutzt werden, ist erst einmal nicht so wichtig. Immer schön locker und offen bleiben, das kapiert man schnell. Es wäre jedenfalls gut für Stuttgart, wenn es auch noch das Gründergrillen 34, 35  und 36ff. gibt….

1 Kommentar zu "Stuttgarter Gründergrillen Nummer 33"

  1. Ich kann mich noch gut erinnern, als wir beim 2. Grillen erst 12 Personen waren (damals an der Grillstation im Schlossgarten). Gut, das Leancamp das 35. Gründergrillen sponsorn darf – 20.11.: http://leancamp.net/stuttgart4

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