Wanka lobt deutsche Innovations-Tugenden

Johanna WankaJohanna Wanka (CDU), Bundesminsterin für Wissenschaft und Forschung; Foto: Presseamt der Bundesregierung.

Die Bundesministerin für Bildung und Forschung,  Johanna Wanka (CDU),  hat bei einem „Innovationsfrühstück“ des   IT-Dienstleisters GFT in Stuttgart für die in Deutschland typische, stetige, auf Schwerpunkte fokussierte Innovationspolitik geworben.

Deutschland brauche sich nicht immer mit den USA vergleichen – dieser Satz ist bei der Bundesministerin für Forschung und Wissenschaft Johanna Wanka am Donnerstag immer wieder aufgetaucht.   „Bei der Attraktivität für ausländische Studenten und Wissenschaftler liegt Deutschland an dritter Stelle in der Welt“, sagte Wanka. In Deutschland sei das Know-how das Zugpferd. Man könne nicht wie die beiden Erstplatzierten  USA und Großbritannien mit der englischen Sprache auftrumpfen. Stetigkeit, Verlässlichkeit und die vom Bund in einigen Schwerpunktthemen beförderte Kooperation auch konkurrierender Forschungseinrichtungen untereinander seien die deutschen Tugenden, mit dem die Bundesrepublik im internationalen  Vergleich auftrumpfen könne.
Die Umsetzung von wissenschaftlichen Forschungsergebnissen in praktische Produkte, räumte Wanka ein, sei kein einfaches Thema. „Ich kann deshalb nur davor warnen,  wie von Rot-Grün angestrebt, die Transparenzpflichten bei einer Kooperation von Wirtschaft und Forschungseinrichtungen zu verschärfen“, sagte die Ministerin: „Wenn eine Universität verpflichtet wird, ein Kooperationsprojekt gleich öffentlich auf die Webseite zu stellen, dann ist das ein massiver Wettbewerbsnachteil.“ Am Geld, das der Bund in Ergänzung zu den Ländern aufwendet, scheitert nach Wankas Ansicht die Technologieentwicklung nicht. Unter der Kanzlerschaft von Angela Merkel – die als Physikerin zu DDR-Zeit das Thema Wissenschaft von innen kennenlernte – habe Deutschland seit 2005 über alle Krisen und Budgetzwänge hinweg den Bundesetat für Forschung und Wissenschaft stetig aufgestockt: „Allein in dieser Legislaturperiode steigt er um 25 Prozent.“
In den USA und Großbritannien bekomme man eine solche Stetigkeit nicht hin. Der Bund, der immer nur ergänzend zu den Bundesländern aktiv werden könne, setze dabei klare Schwerpunkte dort, wo Deutschland seine Stärken habe und diese auch verteidigen könne – etwa die Gesundheitsforschung, Innovationen für die Energiewende, bei der man etwa 180 verschiedene Institutionen unter einen Hut bringe, sowie die Digitalisierung insbesondere in der Industrie.

Wanka sorgt sich um die Innovationskraft kleiner und mittlerer Unternehmen

Wenn es in Deutschland bei der Technologieförderung Probleme gebe,  liegen diese nach Wankas Ansicht nicht unbedingt an den Fördermitteln:  „Obwohl es für kleine und mittlere Unternehmen Jahr für Jahr mehr Geld gegeben hat, ist dort die Innovationskraft nicht gewachsen„, sagte Wanka. Die Schwierigkeiten seien woanders zu suchen: „Eine kleine Firma kann keine komplizierten Förderungsanträge stellen“, sagte Wanka. Man habe deshalb jüngst beschlossen, hier ein einfacheres Prozedere einzuführen. Eines der auch bei kleinen und mittleren Projekten verstärkt geförderten Themen ist die Industrie 4.0. Hier sieht Wanka entgegen aller Unkenrufe Deutschland in einer weltweit überlegenen Ausgangsposition. Der Automatisierungsgrad der deutschen Industrie sei schon heute viel  höher als beispielsweise in China. „Dort kommen auf zehntausend Beschäftigte 14 Industrierroboter – in Deutschland sind es 286“, sagte die  Wissenschaftsministerin – und fügte hinzu: „In den USA muss Präsident Obama überhaupt erst einmal dafür sorgen, dass die Industrie in sein Land zurück kommt.“
Auch der gastgebende GFT-Chef Ulrich Dietz, der das Bundeswissenschaftsministerium als  Förderer für sein im September in Karlsruhe geplantes Innovationsevent „Code_n new.New Festival“ gewinnen konnte,  hatte bei der Begrüßung davor gewarnt, in Deutschland zu sehr schwarz zu sehen: „Wir leben hier doch im Paradies.“  Es gebe auf der Welt schlimmer Probleme als die im Land gelegentlich durchschimmernde Frage „ob auch noch jeder Schwarzwaldhof einen Breitbandanschluss bekommt. „

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